Das ideale Startup Dream Team

von Werner Sammer

Du hast bereits vieles erreicht: Die Idee steht, das Geschäftskonzept auch. Doch welcher Baustein fehlt denn noch, um das Startup in die Gründung zu führen? Eine Weltklasse-Team! Was für eine eingespielte Truppe wichtig ist, könnt ihr in diesem Blogbeitrag nachlesen.

© ACGlab, Flickr

Mit dem richtigen Team mehr Schwung beim Start aufnehmen. © ACGlab, Flickr

Es ist Tatsache: Kaum eine erfolgreiche Idee wurde ganz alleine im stillen Kämmerlein geschmiedet. Ein voll motiviertes Team dahinter erreicht mehr als ein einzelner Kämpfer. Dessen muss sich jeder Startup-Gründer im Klaren sein. Selbst wenn du glaubst, du kannst alles alleine stemmen, so hilft dir der Support eines starken Teams, dein Startup erfolgreich zu machen. Denn selbst eine schlechte Idee ist mit einem starken Team erfolgreicher als eine klasse Idee mit einem mittelmäßigen Team (und als Einzelkämpfer).

Für die Ideengeber bedarf das eines Lernprozesses und stetiger Selbstreflektion. Was kann ich mit meinen Fähigkeiten selbst erreichen? Wobei sollte ich mir lieber Leute suchen, die wesentlich mehr Talent und Erfahrung in Marketing/Programmierung/etc. haben? Welche Rolle möchte ich in meinem Startup spielen? Und sind andere Personen für die Leitung des Startups geeigneter? Persönliche Befindlichkeiten und Eitelkeiten werden hintangestellt für den Startup-Erfolg.

 

 

Was braucht’s für das Startup Dream Team?

Meist spricht man vom „idealen Setting“, wenn das Founder-Team so zusammengesetzt ist (das gilt für jegliche Startups, in Bezug auf Mobile Startups ist es vielleicht sogar noch bedeutsamer):

  • Dein Team hat eine/n Entwickler/in.
  • Es hat einen Kreativmotor in Gestalt des/der Designer/in.
  • Ebenso im Team: der oder die Marketer/in.

Ein „perfektes Startup-Team“ hat all diese Personen an Bord. Das deckt sich im Groben mit den Kenntnissen von Andy Ellwood (Forbes), der das Dream Team bestehend aus Hipster, Hustler und Hacker sieht.

 

Entwickler/in – Hacker

Der Entwickler/die Entwicklerin hat ein Verständnis dafür, wie Probleme gelöst werden können und hat dafür die nötigen Skills. Er oder sie hat die Fähigkeiten, die Technologie hinter einer Idee zu entwickeln.

Da stimmen wir zu ;) © Alexandre Dulaunoy, Flickr

 

Designer/in – Hipster

Der Designer ist nicht nur ein Designer im künstlerischen Sinne, sondern auch ein Konstrukteur. Meistens treibt er als Kreativgeist alle anderen Prozesse im Startup mit an. Er oder sie ist jemand, der auf das Menschliche hinter einem Problem eingeht, Gewöhnliches und Erwartetes hinterfragt (Warum ist etwas eigentlich so?) und dem User eine „Experience“ anbietet. Er/sie hat Visionen und ein Gefühl dafür, in welche Richtung sich Märkte entwickeln können. Der Hipster/Designer bringt die Coolness ins Startup ;)

Nein, dein Designer muss keinen Bart haben. © Christopher Michel, Flickr

 

Marketer/in – Hustler

Die Marketerin (der Marketer) weiß, wie man die passende Zielgruppe erreicht, ist kommunikativ und ist einfach der „Verkäufertyp“. Ihr/sein Hauptziel: die Zufriedenheit der Kunden sicherstellen und tagtäglich daran arbeiten, Kundenprobleme zu lösen. Der Hustler gibt sich nicht mit dem Status Quo zufrieden, sondern will mehr. So spornt er/sie alle im Team zu Höchstleistungen an und ist in der Lage, andere von der Idee zu begeistern.

Selbstbewusst und kommunikativ muss der Marketer sein. © Steve Wilson, Flickr

Was ist, wenn ich beispielsweise mit 2 oder 4 Personen gründen möchte? Dann sollten die Fähigkeiten dieser drei Persönlichkeiten im Team verteilt sein. Die unternehmerische visionäre Persönlichkeit sollte den CEO stellen. Das muss nicht zwangsläufig der Ideengeber sein (wie oben bereits gesagt: persönliche Befindlichkeiten sind hier fehl am Platz!).

Es gibt wirklich wenige Personen, die all diese drei Skills in sich vereinen können. Und selbst wenn sie es können – diese Skills sind meist nicht gleichmäßig stark ausgeprägt. Ein gut zusammenspielendes, sich untereinander vertrauendes Team ist daher unverzichtbar.

Eines wissen wir sicher: Das perfekte Startup-Team gibt es sehr selten. Schlechte Lösungen aber zuhauf: Teams, die sich zu homogen zusammensetzen und ausschließlich auf einen bestimmten Themenbereich fokussiert sind, sind keine Seltenheit. Unterschiedliche Charaktere, unterschiedliche Backgrounds, unterschiedliche Stärken (und Schwächen): Interdisziplinarität ist die Zaubereigenschaft, die funktionierende Teams prägt, wo Zahnrad in Zahnrad greift und alles wie geschmiert läuft.

 

Tipps für dein Startup-Team

Gemeinsam statt einsam – das zieht Investoren an!

Es gibt kaum Investoren, die nicht daran interessiert sind, zu wissen, wer hinter einer Startup-Idee steckt. Für die Investoren stellt ein gut zusammenarbeitendes Startup-Team einen der wesentlichen Gründe dar, in eine Idee zu investieren. Die Zusammensetzung der Persönlichkeiten und die Fähigkeiten des Teams sind ein erster Prognosepegel für zukünftigen Startup-Erfolg. Das sagt auch Sam Altman, Präsident des bekannten Y Combinators:

„For most startups at this stage, the best predictor of success is the founders. So, the most important parts of the application for me are the questions about the founders’ backgrounds and the most impressive things they’ve done. We’re looking for evidence that the founders are smart, effective, and determined.“

 

Das Zusammenspiel aller Teile

In einem erfolgreichen Team stellt sich ein Gleichgewicht der notwendigen Teamrollen ein. Es mag etwas ausgelutscht klingen, bewartet sich aber immer wieder: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Passt die Dynamik, fördert das einen starken Teamgeist. In einem erfolgreichen Team wird daher viel und ehrlich kommuniziert. Team-Heroes tun, was sie sagen und halten, was sie versprechen.

Nicht zu vergessen die Soft-Skills: Wer nicht im Team spielen kann, hat in einem Startup keinen Platz. Selbst der beste Marktschreier oder der beste Programmierer muss gewisse Regeln in einem Team befolgen. Respekt untereinander und eine angenehme Arbeitsatmosphäre sind der Schlüssel zu guter Zusammenarbeit.

Gemeinsam in Balance. © giphy.com

 

Klare Positionen festlegen

Sind die Rollen (und die Ziele) jedes einzelnen Teammitglieds klar, ist die Team- und Selbstmotivation oftmals um ein Vielfaches höher. Klarheit in der Teamrolle fördert den Eifer für neue Herausforderungen. Damit fühlt sich jedes einzelne Mitglied für den Gesamterfolg des Teams verantwortlich. Zudem verhindert das eine Verantwortungslücke, in der sich Teammitglieder für Probleme außerhalb ihres Verantwortungsbereiches nicht zuständig fühlen.

 

Unterschiedliche Fähigkeiten und Skills sorgen für Kreativität

Die Fähigkeiten wie auch die Eigenschaften der einzelnen Teammitglieder sollen auf unterschiedlichen Ebenen zueinander passen, besser noch ergänzen. Die großartigsten Ideen für Produkte entstehen meist in der Zusammenarbeit von Menschen mit sehr unterschiedlichen Talenten.

Zugleich können verschiedene Arbeitsweisen und Charakterzüge miteinander kollidieren. Nicht immer ist man einer Meinung – und dennoch ist eine offene Gesprächskultur zielführender als eine Kultur, in der stets nach Harmonie getrachtet wird. Werden Unstimmigkeiten in deinem Startup offen thematisiert, können Probleme schneller entdeckt und behoben werden.

Turtle… ähm… Startup Power! © giphy.com

Die Beziehung zu deinem Co-Founder

Das Verhältnis zwischen dir, dem Founder, und deinen Co-Foundern gehört zu den wichtigsten in einem Startup. Der Co-Founder ist neben dir genauso ein Aushängeschild für das Startup.

Gerade deswegen ist es so bedeutsam, nicht nur den passenden, sondern den richtigen Co-Founder zu finden. Es ist unvernünftig, beinahe fatal, die erstbeste Person dafür auszuwählen! Eine so frühe Nachlässigkeit kann dein Startup bereits früh in Gefahr bringen.

Nicht selten gehen Gründer das Risiko ein und gründen mit Personen, mit denen sie bereits soziale Bindungen pflegen. Ob Familie, Freunde oder Verwandte – eine solche Entscheidung ist heikel, wenn professionelle Entscheidung abseits sozialer Bindungen getroffen werden müssen. Startup-Gründern wird empfohlen: Suche dir jemanden, mit dem du nicht unmittelbar befreundet bist. Wenn die Dinge aus dem Ruder laufen, kannst du mit diesem Teil der Geschichte wesentlich leichter abschließen. Natürlich kann eine Startup-Gründung ebenso mit Freunden funktionieren. Dies soll jedoch nicht den Blick auf rationale Entscheidungen verstellen.

 

Recruitiere Entrepreneure!

Deine Teammitglieder sind nicht nur Mitarbeiter, sie sind auch Mitunternehmer. Erfolgreiche Startups bestehen aus Entrepreneuren. Talente, die nicht nur Herausforderungen laut Stellenausschreibung meistern, sondern mit Leidenschaft und Commitment so arbeiten, als wäre es ihre eigenen Unternehmen. Nur so bleibt dein Startup langfristig innovativ und dynamisch.

 

Teamcheck gefällig?

Der kurze Einblick in das Startup Dream Team endet hier. Ob du den richtigen Teampartner bzw. die richtige Teampartnerin für die Unternehmensgründung gefunden hast, kannst du mit dem Teamcheck des Science Park Graz klären.

Lohnend ist es genauso, sich 45 Minuten für dieses YouTube-Video von How to Start a Startup zu nehmen. In der zweiten Lecture spricht Sam Altman über das perfekte Startup-Team (Folien gibt’s hier zum Download).

 

Bilder: ACGlab, Christopher Michel, Steve Wilson (Own Work, Not Changed) [CC BY 2.0 via Flickr CC], Alexandre Dulaunoy (Own Work, Not Changed) [CC BY-SA 2.0 via Flickr CC].