Die 8 essenziellen Social Media-Tipps für Startups

von Werner Sammer

Die großen Startup-Storys von Airbnb über Uber beweisen es: Ohne gutes Marketing hilft das beste Produkt nichts. Ohne tolles Marketing ständen diese Firmen auch nicht dort, wo sie heute stehen. Was diese Startup-Erfolge aber vor allem eint, ist eine großartige Social Media-Strategie. Neue Unternehmen schaffen über ihre Social Media-Präsenzen Vertrauen bei ihren Kunden und langjährige Beziehungen. Welche Tipps du bei deinem Social Media-Auftritt beachten solltest, erklären wir dir in diesem Blogartikel.

Ob Facebook, Instagram oder Pinterest – wo du im Social Web am besten aufgehoben bist, bestimmt deine Zielgruppe.

Diese 8 Tipps sichern dein Überleben im undurchsichtigen Social Media-Dschungel. Los geht’s!

 

#goodplan / Zuerst Social Media-Strategie, dann Social Media-Profil.

Die Accounts zu den verschiedenen Plattformen, ob Facebook oder Pinterest, sind schnell angelegt. Doch halt – nicht zu voreilig!

Denke zuerst darüber nach, welche Ziele du mit deinem Startup durch Social Media erreichen willst. Wie bei allem, was dein Business betrifft: Behalte den Fokus auf deiner Value Proposition! 

Als welches Unternehmen möchtest du dich im Web zeigen? Auf welche Zielgruppe willst du dich ausrichten? Ob eher spielerisch-lockerer Umgang mit deiner Community oder eher sachorientiert – hier benötigst du eine fixe Ausrichtung.

Es ist nicht so, dass du hin und wieder einmal von dieser Linie abweichen kannst. In der Gesamtbetrachtung jedoch muss dein Social Media-Auftreten ein stimmiges Bild abgeben. Konsistenz ist das Grundgebot des Postens im Social Media-Marketing.

 

#signup / Sei dort, wo deine Kunden sind.

Jetzt kommt das Social Media-Profil. Oder mehrere. Aber welche eigentlich? Immer jene, die deine Zielgruppe nutzt.

Wir können ja mal einen Blick in die bunte Landschaft des Web 2.0 werfen. Die österreichische Social Media-Landschaft sieht so aus:

Social Media in Österreich 2020 © www.artworx.at

 

Was ziemlich deutlich heraussticht ist die dominante Stellung von Facebook in Österreich. Daneben spielen jedoch auch Twitter, Instagram und Co. eine stärkere Rolle – vor allem wenn du in internationalen Dimensionen denkst.

Ein kurzer Überblick zu interessanten Plattformen:

facebook  Facebook: Alt, aber bewährt. Neben Google schon fast die wichtigste Suchmaschine, wenn es um Unternehmen, Produkte und Personen geht. Deckt mittlerweile eine sehr große Zielgruppe ab (auch 50+!) Darf definitiv nicht fehlen!

twitter  Twitter: In Österreich etwas unterrepräsentiert. Hat hierzulande knapp 130.000 Accounts, davon 65.000 aktive. Eignet sich vor allem, um sogenannte Influencer (einflussreiche Einzelpersonen wie Journalisten etc.) zu erreichen. Tipp: Hashtag-Auswahl gut überlegen!

instagram  Instagram: Erlebt gerade ein rasantes Wachstum. Beliebt unter den 20- bis 29-Jährigen. Verleiht einer Marke Persönlichkeit. Ist nur dann sinnvoll, wenn man auch hochwertige Fotos hat. Tipp: Trending Hashtags nutzen!

googleplus  Google+: Wird von Startups kaum bis nie genutzt. Warum es hier gelistet ist? Weil ein Account dazu beitragen kann, sein Google-Ranking zu verbessern. Meiner Meinung nach eher Kür denn Pflicht.

youtube  YouTube: Auch die beliebteste Web 2.0-Plattform der Österreicher soll gekonnt genutzt sein. Eigenes Konto eignet sich vor allem dann, wenn man die Videos von dort auf eigene Seiten einbindet.

pinterest  Pinterest: In den USA super populär, in Europa kaum genutzt. Lohnt sich also vor allem für Startups, die über das große Meer blicken. Hoher Frauenanteil (etwa 80 %), Fokus auf Kulinarik und Lifestyle (und seeehr viel zu Hochzeiten!).

whatsapp-logo-vectorSnapchat WhatsApp & Snapchat: Ja selbst WhatsApp und  Snapchat können als hippe Apps Marketing-Boost bringen. Pulpmedia.at hat dazu einen netten Vergleich angestrebt. Einen ersten Blick sind diese Micro Communities sicherlich wert. Wenn du zum Beispiel eine Zielgruppe zwischen 13 und 25 erreichen möchtest, wäre Snapchat ein gangbarer Weg. Achtung: Auf die Art der Kommunikation – „one-to-one“ statt „one-to-many“ – achten!

 

#beactive / Aktiv bleiben und regelmäßig posten.

Bleiben deine Seiten über Wochen leer, werden sich deine Kunden zwangsläufig fragen, ob es deinem Business gut geht oder verlieren schnell das Interesse an deinem Startup. Regelmäßiges Posten ist daher wichtig. Dafür notwendig ist nicht nur strategisches Vorgehen, sondern auch ein Contentplan.

Wer einen Social Media-Kanal betreibt, kann sich sicher sein, dass vor allem eines kommt: verschiedenste Kundenfragen. Positive. Negative. Welche mit Bezug aufs Produkt oder das Unternehmen. Welche, die gar nichts mit deinem Startup zu tun haben. Und auch Spam.

Rasches Reagieren auf diese Fragen, Beschwerden oder Wünsche (manchmal sogar Bestellungen) ist ein Muss. In der Social Media-Welt ist es unentschuldbar, tagelang auf die Beantwortung einer Frage zu warten (wenn überhaupt geantwortet wird). Selbst wenn du nicht sofort antworten kannst, kannst du deinem (potenziellen) Kunden eine kurze Nachricht hinterlassen bzw. einen Verweis, in einem bestimmten Zeitfenster auf Antworten zu reagieren. Es muss ja kein 24/7-Service sein – es reicht auch, „Öffnungszeiten“ in den Profilen anzugeben.

 

#besocial / Trete in Dialog mit deinen Fans.

Auch wenn es beim Social Media mancher Unternehmen oftmals so scheint: Kommunikation ist keine Einbahnstraße! Wird auf deine Postings kaum reagiert, wenig geliked, geshared und kommentiert, liegt das nicht an deinen Fans. Es liegt sehr oft an einseitiger Kommunikation. Meist in Kommunikation mit sehr unpersönlichen Web-Auftritten.

Menschen tendieren eher dazu, mit anderen Leuten zu reden als mit einer Marke. Der Schlüssel für besseren Kundenservice über Social Media ist also: persönlich sein, menschlich sein, empathisch sein! Du kannst beispielsweise in Dialog treten, indem du Fans zu bestimmten Handlungen aufforderst:

freeletics

© freeletics

Du kannst auch Fragen an die Community stellen und ihr Feedback einholen. Oder du kannst dich von einer persönlichen Seite zeigen, indem du ganz einfach deine Kommentare um ein kleines „mfg“ mit deinem Namen ergänzt. Manchmal sind solche Tipps wirklich einfach, aber besonders wirksam.

Wanna know more about gute Social Media-Kommunikation? Einen großartigen Guide für die Kundenbetreuung über Social Media hat Buffer zusammengestellt.

 

#bemobile / Optimiere für mobile Geräte.

Mobile Lösungen anzubieten ist mittlerweile ein unentbehrlicher Bestandteil jeder digitalen Marketingstrategie. Allein fast 90 % aller 16- bis 24-Jährigen greifen auf Smartphones für den mobilen Internetzugang zurück. Und der Trend wird noch deutlicher. Optimierte Web- und Social Media-Seiten sind daher Pflicht.

 

#beunique / Eigene kreative Inhalte anbieten.

Die Bedeutung von visuellem Content ist höher als nie zuvor. Das ist alleine schon an den Zuwachszahlen von Instagram, Snapchat oder Vine erkennbar. Auf die Zielgruppe abgestimmte visuelle Inhalte prägen das Social Media von morgen. Denke alleine an all die Firmen-Tweets, die im digitalen Nirvana verschwinden, weil sie faden, uninteressanten und irrelevanten Content tweeten…

Deshalb solltest du deiner Community auch etwas bieten. Etwas, das im Kopf bleibt. So wie dieses Beispiel:

pure-barre

© Pure Barre

Weißt du, worauf dieses Posting anspielt? Wenn nicht – die Antwort gibt es weiter unten 🙂

 

#beuseful / Sei für deine Kunden nutzvoll.

Natürlich geht’s beim Social Media Posting nicht nur um den Spaß, sondern es soll für dein Startup ja auch einen Mehrwert liefern. Also nicht nur auf funny pics und Like-Generatoren wie populäre Videos setzen, sondern auch etwas Nützliches für deine Fans posten.

Zum Beispiel kannst du deine Fans darüber informieren, wie deine Produkte hergestellt werden. Wie hier bei MAKAvA.

makava

© MAKAvA

Du hilfst deinen Kunden damit, mehr über dein Produkt zu erfahren. MAKAvA weiß, was seine Zielgruppe möchte: ein erfrischendes Getränk aus biologischem Anbau. Mit solchen Postings zeigt MAKAvA, wie der Bio-Anbau sichergestellt wird. Geht auch ganz ohne Worte.

 

#opportunity / Nutze die Gelegenheiten, die sich dir ergeben. Nutze Trends.

Manchmal machen’s auch die etablierten Firmen vor: sie haben gezeigt, dass man hinkünftig stärker mit Real Time Marketing rechnen muss. Frisch auftauchende Trends werden dafür für kreative Postings aufgegriffen.

KitKat hat’s richtig gemacht und einfach Apples #bendgate-Skandal im Vorjahr für ein lustiges Posting verwendet:

kitkat

© KitKat/Nestlé

Über 27.000 Retweets, über 13.000 Mal favorisiert. Das ist ein Tausendfaches an dem, was die Twitter-Page von KITKAT sonst erreicht (zwischen 10 und 50 Retweets per Tweet)!

Spontan auf Trends zu reagieren, ist gerade im Social Web für größtmöglichen viralen Effekt wichtig. Man muss zwar nicht auf jeden Trendzug aufspringen (Memes, Selfies, BitStrips, Flappy Bird – die Liste ist wahrlich endlos…), aber wenn du einen für dich passenden Trend gefunden hast, nutze ihn aus!

 

 

Das waren die 8 Tipps zu besserem Social Media Marketing. Doch welche Startups haben eigentlich diese Art des Marketings perfektioniert? Diese Startups aus dem deutschsprachigen Raum machen es vor:

 

Ach ja – ein kleiner Hinweis am Ende: Ja, es ist leider so – jede Plattform hat seine eigenen Bildgrößen. Und verzerrte oder verpixelte Bilder kommen auf Facebook & Co. nicht gut an.

Welche Bildgrößen braucht man für die verschiedenen Posts in den Social Networks? Makeawebsitehub.com hat die Größen für Facebook, Twitter, Google+, Instagram, Pinterest, Tumblr, LinkedIn und Youtube gut in einer Infografik zusammengefasst.

social media

© makeawebsitehub.com

Frohes Social Networking wünsche ich! 🙂

 

Antwort: das Posting spielt auf den Songtext von Taylor Swifts „Blank Space“ an 🙂